Im Gedenken an Franz-Josef Köllner
Bulletin von Fritz Skopetz (zip - 378.2 KB)
Letztes Spiel von Franz-Josef
Liebe Familie und liebe (Schach-)Freunde,
wenn ein lieber Mensch von uns geht, nach schweren oder nicht so schweren Leiden, sind wir schon darauf vorbereitet, ihn auch irgendwann gehen lassen zu müssen.
Bei Franz-Josef oder 'Kaiser', wie ihn einige auch nannten, ist dies alles nicht so. Er hat uns verlassen, und das im genauen Widerspruch zu seinem Leben. Im Leben war er immer voll Tatendrang, energisch, laut und immer bestens gelaunt, außer er hat mal wieder eine Partie gegen einen 'Schwachspieler' vergeigt. Der Tod traf ihn so plötzlich und leise, wie man es von ihm gar nicht gewohnt war. Ganz allein und nur mit seinem liebsten Spielzeug, dem Handy, bewaffnet, trat er in seinem letzten irdischen Match gegen Gott persönlich an und verlor es in vorteilhafter Position.
Seine schachliche Laufbahn begann in den Wiener Schachcafes vor über 25 Jahren, wo er sich damals schon mit guten Blitzern duellierte. Um die Jahrtausendwende hatte er sich dann über die Lugner-City und den lieben 'Schachfreund' Ferdinand Peitl an ein ernsteres, längeres Spiel herangemacht. Über den Schachfreund, später Cobenzl, wurde er dann auch in der Betriebsmeisterschaft heimisch und konnte sich einer Einstiegszahl von 1717 erfreuen. Aus dem Schachklub Cobenzl ging dann 2005 der eigene Schachklub 'Team-Wien' hervor. Franz-Josef Köllner war nicht nur Initiator, Namensurheber und Gründungsmitglied, sondern auch Koordinator gegenüber dem Hotel Kavalier. Diese neue Aufgabe in seinem schachlichen Werdegang hat er immer über alle Maßen ausgefüllt. So war er nicht nur der Chef nach außen, Unterstützer und Kommunikator gegenüber allen Partnern, sowie auch Sprachrohr bei den Turnieren, sondern auch ein liebgewordener Kontrahent, der auch gerne bis 3 Uhr früh seine Klingen wetzte.
"Sein" Schachklub 'Team-Wien' konnte sich in seiner Obhut sogar von der untersten Klasse bis hinauf in die C-Liga etablieren. Ein Spiel in der C-Liga, das er sich so sehr gewünscht hatte, durfte er aber nicht mehr miterleben. Er spielt jetzt nur mehr in einer himmlischen Liga, wohin alle Schachspieler einmal eingeladen werden. Möge ihm dort sein Training mit seinem Mentor IM Aco Alvir zum Erfolge reichen.
Unser Mitgefühl gilt in erster Linie Claudia, seiner Familie und allen seinen zahlreichen Freunden
Harald Hager, am 26.05.2008